Wie sich einzelne Komponenten und Baugruppen des Stromers mit dem System Integration Test (SIT) testen lassen steht hier.
Neben den Komponenten ist auch deren Verkabelung eine Fehlerquelle. Hier gibt es:
- Korrodierte oder lose Steckverbindungen
- Gequetschte, gerissene oder angescheuerte Kabel
- Ausgesteckte Stecker
Aufgrund der mehrheitlich bei Stromer verwendeten Inframe-Verkabelung ist eine Kontrolle nicht immer einfach. Anbei habe ich eine Liste zusammengestellt, welche mögliche Fehlerquellen im Zusammenhang mit der Verkabelung zeigt.
TMM-Sensor > Steckverbindung / Kabel
Ältere Modelle hatten ein durchgehendes Kabel vom Sensor bis zum Omni. Neuere verwenden eine Steckverbindung in der rechten Kettenstrebe.

Gibt es Probleme mit der Unterstützung ist oft der TMM-Sensor im Visier. Allerdings ist er nicht an erster Stelle der Fehlerquellen. Trotzallem lohnt es sich die Verdrahtung anzuschauen. Auch eine fehlerhafte Montage kann zu Fehlern führen. Bei diesem P178 wurde das Kabel beim Einbau gequetscht.

Motorkabel an der linken Kettenstrebe
Bei älteren Modellen führten drei Kabel zum Motor (Motorkabel / Hall- und Temperatursensor) wobei Hall- und Temperatursensor kurz vor dem Motor wieder eines wurden. Weiter gab es noch einen Programmieranschluss für Nabenmotoren mit integriertem Controller.

Bei neueren Modellen reduzierte man die Verkabelung auf eine Higo-Schraubverbindung, welche alle Verbindungen zum Motor beinhaltet (3-Phasen Motorkabel, Hall- und Temperatursenoren). Das Kabel läuft nahe an der Bremsscheibe vorbei. Es muss mit einem Kabelbinder in Position gehalten werden.

Bei den ST2 (Bj. 2016) / ST2S ist der Motorstecker direkt am Motorflansch verbaut. Bei diesem Typ sind es Kabelbrüche oder mechanische Probleme, welche zu Störungen bei der Unterstützung führen. Eine Reparatur ist schwierig, meist muss man das Kabel ersetzen.

Motorkabel im Trelagerbereich
Bei allen Modellen führen die drei Motor-Phasenkabel über den Tretlagerbereich zum Motor. Alle Modelle mit Kette vor 2019 waren dabei von einem ‚Designfehler‘ betroffen. Die Motorkabel-Steckverbindungen hin zum Controller waren nicht versiegelt. Stromer hat 2018 eine Arbeitsanweisung für allle Modelle der ST2 Plattform (ST1x / ST2 / ST2S) herausgegeben, welche beschreibt wie die Motorkabel nachträglich versiegelt werden können.

Wicket Cable
Das Wicket Cable stellt die Verbindung des Akkuausgangs mit dem Controller her und ist im Akkufach/Tretlagerbereich zu finden. Es verbindet die Bordspannung 48 (od. 36 V), die Hilfsspannung 12 V und die CAN-Bus Verbindung des Akkus mit der Bordelektrik. Aufgrund von Überlastungen des 48 V Strangs und teils auch Feuchtigkeit im Tretlagerbereich kann die Steckverbindung (SAE Stecker) korrodieren, schmort in Folge durch und/oder die Kabel verursachen Kurzschlüsse.

Distribution Board (ST1, ST2-Belt, ST7)
Die Modelle ST1 und ST2-Belt, ST7 haben den Controller im Unterrohr verbaut. Die Verbindung zur Fahrradelektrik wird mittels eines Distribution Board hergestellt. Feuchtigkeit (Kondenswasser) im Akkufach führt manchmal zur Korrosion des Distribution Board. Folge sind Fehlfunktionen.



Distribution Board ST5 (erste Chargen), ST2
Die ersten Chargen der ST5 hatten ein Distribution Board im Vorbau. Feuchtigkeit und eingedrungenes Wasser führten zu Korrosion und Kontaktproblemen und entsprechenden Fehlern. Dasselbe Problem hatten ältere ST2, welche das Distribution Board oben im Akkuschacht montiert hatten.

Stromer bietet beim ST5 ein Upgrade an bei welchem das Distribution im Vorbau entfernt und durch eine neue Verkabelung ersetzt wird.
Akkusockel, Ladebuchse, Akkufachbuchse
Stromer verwendet für lösbare Verbindungen die magnetische Rosenbergerverbindung. Zu den lösbaren Verbindungen gehören der Ladegerätestecker, die Ladebuchse im Stromer, der Akkusockel sowie die Akkubuchse im Akkufach ganz unten. Die Rosenbergersteckverbindung ist praktisch und durch die magnetische Eigenschaft auch im Fahrbetrieb schlüssig. Allerdings neigt auch sie bei Feuchtigkeit in Kombination mit Stromfluss zu Korrosion. Durch die magnetische Eigenschaft zieht sie auch kleinste Metallpartikel an, welche zu Kriechstömen oder Kurzschlüssen führen können.

Bremshebelkontakte
Die Bremshebel haben einen eingebauten Reedschalter der das Bremslicht steuert und die Rekuperation triggert. Der rechte Bremshebel wird auch für den Weg ins Servicemenü benötigt. Bei Modellen mit Magurabremsen sind die Bremskabel noch mit einer Steckverbindung zwischen Bremshebel und Rahmen versehen.

Probleme mit den Reedschaltern sind selten, die Steckverbindung bei den Magurabremsen ist aber eine Fehlerquelle.
Gerissene Kabel
Die Verkabelung des Stromer ist inframe und dort ist es teilweise sehr eng. Speziell die Drehbewegung des Lenkers beansprucht die Verkabelung auch mechanisch. Das Fehlerbild ist selten aber es kann vorkommen, dass ein Kabel aufgrund einer fehlerhaften Montage reisst oder gequetscht wird.

Omni-Anschlussboard
Im Omni laufen alle Informationen zusammen, demenstprechend auch alle Kabel aus den Peripheriegeräten.

In diesem Beispiel gab es Probleme mit dem TMM Sensor. Grund war ein ausgestecktes TMM-Sensorkabel. Bei der Montage muss darauf geachtet werden, dass die Stecker sauber in der Buchse einrasten.
Neben losen Steckern gibt es im Omni, wie auch bei anderen Steckverbindungen, das Problem von Korrosion. Diese wird durch eingedrungenes Wasser verursacht und führt zu Kontaktproblemen und Fehlfunktionen.

Das typische Bild von korrodierten Steckverbindungen sind grün-blaue Ablagerungen.
Omni Display – Wasser
Auch das Omni ist nicht vor eindringendem Wasser gefeit. Es kann nicht repariert und muss ausgetauscht werden.
