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Akku lädt nicht – tiefentladen?

Wenn der Akku nicht mehr geladen werden kann ist die Ursache manchmal eine sog. Tiefentladung. Dies passiert, wenn der Akku unsachgemäss, meist mit zu geringem Ladestand, in die Winterpause geschickt und/oder falsch gelagert wird. Wie das verhindert werden kann steht in den Sicherheithinweisen zum Akku, der Bedienungsanleitung oder unter AKKU – ‚Pflege: Mechanisch / im Betrieb / Lagerung / Sicherheit‘

Stromer schreibt folgendes zur Lagerung:

Warum passiert eine Tiefentladung, kann sie verhindert werden?

Die Selbstentladung ist ein chemisch-physikalischer Prozess, der grundsätzlich nicht vollständig aufhaltbar ist. Jede einzelne Zelle in einem Li-Ionen-Akku hat aufgrund ihrer Chemie eine Selbstentladung. Diese Prozesse laufen auch ohne jede externe Schaltung ab – rein intern in der Zelle. Diese Selbstentladung nennt man kalendarische Alterung. Sie entsteht durch mehrere Mechanismen:

  • Elektrochemische Nebenreaktionen an den Elektroden (z. B. SEI-Schicht-Wachstum)
  • Ionendiffusion durch den Separator
  • Parasitäre Leckströme innerhalb der Zelle selbst

In einem Akku sind mehrere Zellen und das BMS miteinander verbunden. Auch ein modernes BMS verbraucht im Standby Strom, so 10–50 µA, ist also trotzdem ein Verbraucher on top. Es „sieht“ die internen Zellenströme nicht, weil sie nicht durch externe Leitungen fliessen.

Wenn ein Li-Ionen-Akku lange genug gelagert wird (Monate bis Jahre), sinkt die Spannung irgendwann unweigerlich unter die kritischen 2,5 V – besonders wenn:

  • Die Lagertemperatur hoch ist (beschleunigt die Selbstentladung stark)
  • Das BMS selbst Strom zieht (typisch 20–100 µA)
  • Die Zellen bereits gealtert sind

Dies führt zu irreversiblen Schäden, Kapazitätsverlust und drohender Brandgefahr durch interne Kurzschlüsse.

Ein gutes BMS, korrekte Handhabung und Lagerung können eine Tiefentladung verzögern aber nicht vermeiden, wenn nicht gegengesteuert wird..

Mehr Details dazu kannst du in meinem Kompendium zu Li-Ionenakkus unter AKKU – ’Theorie & Begriff-Kompendium zum Li-Ionen-Akku’ nachlesen.

Die Selbstentldung eines Stromer BQ983 Akkus liegt bei sachgemässer Lagerung bei ~1% pro Woche oder ~4% pro Monat.

Bei YouTube werden Videos gezeigt wie man einen tiefentladenen Akku wiederbelebt. Ein solcher „Zombie-Akku“ Akku ist instabil, brandgefährlich und ein Sicherheitsrisiko. Davon ist dringend abzuraten!

Was kann man bei Stromer tun, wenn der Akku nicht mehr geladen werden kann?

Folgende Punkte kann man ohne Sicherheitsrisiko noch probieren, bevor ein neuer Akku nötig wird.

  • Mit etwas Glück scheint ein Akku nur tiefentladen, die Zellenspannung liegt aber noch über den kritischen 2.5 V jedoch unter 3.2 V. Ab 3.2 V gilt eine Li-Ionenzelle als leer (0% Kapazität). Diese Schwelle ist relevant für die meisten Ladegeräte. Sie laden den Akku aus Sicherheitsgründen nicht, wenn die 3.2 V unterschritten sind.

    Das Stromer Ladegerät CR245 (& CR65) hat eine versteckte Fähigkeit. Es kann einen solchen Akku ggf. wieder zum Leben erwecken. Man spricht von «Aufpäppeln».
    Verbinde den Akku einfach mehrere Tage mit dem Ladegerät und schaue was passiert. Mit etwas Glück beginnt das Ladegerät nach einer gewissen Wartezeit den regulären Ladevorgang. Das neuere CR246 hat diese «Aufpäppelfunktion» nicht, dafür bietet es eine «Schwebeladung» an.
  • Weiter kann man den Akku über den Händler zu Stromer senden. Stromer repariert zwar keine Akkus, kann aber den Selbstschutz zurücksetzen und den Akku wieder freischalten. Auch hier gilt: Wenn die Zellenspannung unter 2.5 V gefallen ist, wird Stromer den Akku nicht mehr freischalten.
  • Als letzte Möglichkeit gibt es noch den Zellentausch. Allerdings muss hier die entsprechende Firma die Möglichkeit anbieten, den SoH und Ladezyklenzähler zurückzusetzen. Und ein Reset ist nur bei den Akkus von HTE mit 3 Schrauben möglich.
    Weitere Informationen dazu gibt es unter AKKU – ‚Reparatur / Akku Neubestückung (Refit / Refurbishing) / Occasionen‘

Fazit

Die typische Selbstentladungsrate eines Li-Ionenakkus ist bei Raumtemperatur etwa 1–3 % pro Monat (Stromer = 4%, siehe oben). Bei 20°C und einem gut gelagerten Akku dauert es also viele Monate bis Jahre, bis die kritische Grenze der Zellenspannung von 2.5 V erreicht wird.

Tipps für Langzeitlagerung:

  1. Ladezustand bei ~40–60 % einlagern (nicht voll, nicht leer)
  2. Kühl lagern (10–15°C ideal) – verlangsamt die Chemie deutlich
  3. BMS mit Sleep-Modus wählen, der den Eigenverbrauch auf <5 µA senkt
  4. Periodisch nachladen (alle 3–6 Monate) oder das CR246 mit Schwebeladung verwenden.

Das BMS schützt die Zelle vor den Schäden durch Tiefentladung (indem es den Verbraucher rechtzeitig trennt), kann aber die chemisch-physikalische Selbstentladung der Zellen nicht verhindern.

Wer einen Akku sehr lange lagert, muss diesen deshalb regelmässig kontrollieren und nachladen.

Eine Alternative ist den Akku mit dem Ladegerät CR65 oder CR246 zu verbinden. Beide Modelle ermöglichen die Schwebeladung.

Aktualisiert am 5. Juli 2026
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