Hin und wieder wird die Frage nach Schnellladen eines Stromerakkus gestellt. Hier ein Rechenbeispiel und ein paar Information zum Thema.
Ausgangslage
Akku: BQ983, blau
Konfiguration: 13S6PZellen
Zelle: LG INR18650MJ1, Nennkapazität: 3.5 Ah.
Empfohlener Ladestrom 0.5C (1.75 A), max. 1C (3.5 A)
CR246 Ladegerät: Ladestrom max. 4.5 A
Rechnung
Die 4.5 A des Ladegeräts verteilen sich auf die 6 Stränge= 0.75 A pro Strang/Zelle. Das entspricht 43 % des empfohlenen Ladestroms (0.5C) oder 22 % von 1C.
Aus Sicht des Akkus wären also höhere Ladeströme möglich ohne diesen zu ‚stressen‘.
Geht es mit Schnellladung in einer Stunde statt in den regulären fünf?
Hierzu müssten wir mit 5x mehr Ladestrom laden, heisst mit 22.5 A. Bei gleicher Rechnung kommen wir nun auf 3.75 A pro Strang bzw. Zelle. Hier wäre auch 1C (3.5 A), der max. Ladestrom der Zelle, knapp überschritten.
Was spricht gegen die Schnellladung?
- Kein Hersteller liefert zu seinen Bikes Ladegeräte mit 22.5 A Ladestrom. Das Ding würde zu gross, zu schwer und zu teuer.
- S-Pedelec Akkus werden bereits im Fahrbetrieb meist an den Grenzen der Spezifikationen gefordert. Diese beim Laden auch noch zu stressen ist der Lebendauer abträglich.
- Stromer Akkus degenerieren grob mit 1% SoH pro 1’000 km. Nach 25’000 km, bzw. dem dann theoretisch erreichten SoH von 75 %, wäre ein neuer Akku fällig. Schnellladen käme hier obendrauf und würde die Lebensdauer des Akkus weiter verkürzen. Für den Gelegenheitsfahrer wäre das wohl kein Problem, für Pendler mit längeren Arbeitswegen aber wohl schon.
> Siehe auch BREMSEN – ‚Rekuperation und Rekuperation‘ – Gut zu wissen