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Probleme mit der Unterstützung und mögliche Lösungen

Beschreibung

Unterstützungsprobleme gehören bei den Stromern zu den häufigsten Problemen. Das zentrale Element für die Regelung der Unterstützung ist der Drehmomentsensor im linken Ausfallende. Er misst die Kraft welche beim Pedalieren auf die Kette wirkt und setzt diese in einen Spannung um. Diese wird vom Fahrcomputer, dem OMNI, ausgewertet und je nach Einstellung der Fahrstufe und des sog. Tretsensorwerts (Bezeichung in der Omni App), an den Motorkontroller (MCU= Motor Control Unit) weitergeleitet. Dieser wiederum steuert den Nabenmotor.

Der Drehmomentsensor hat einen Arbeitsbereich bzw. ein Spannungsfenster, indem die gelieferte Spannung an das Omni liegen muss. Liegt sie oberhalb oder unterhalb dieser definierten, modellabhängigen Schwelle, wird ein Kalibrierungsfehler im Omni angezeigt und die Unterstützung wird eingestellt.

Damit die Spannung im Arbeitsbereich liegt ist einerseits die Werksjustage des Sensors zuständig, anderseits das Anzugsmoment der Steckachse im Hinterrad und der Sensorplatte im Ausfallende.

Stromer hat im Laufe der Jahre immer wieder Verbesserungen vorgenommen. So wurden die TMM-Sensor-Modelle gewechselt, Anzugs-Drehmomente der Steckachse oder Sensorplatte angepasst und auch eine ‚Use Trace‘ Funktion implementiert, welche Schwankungen des Sensors ausgleichen soll.

Probleme

  • Pumpen / Welligkeit der Unterstützung
  • schwache oder übermotivierte Unterstützung (Eigenvortrieb, Scooter)
  • zähe oder nicht vollständige Unterstützung (fehlender Stromer-Wums)
  • plötzlich wegfallende Unterstützung
  • verzögerte Unterstützung nach bremsen
  • Ein gefühlter Bremseffekt beim Treten, das Bike ‚zieht‘ nicht

Checkliste: ‚+Stromer- | Unterstützungsprobleme lösen‘

Klammer auf [

Der TMM-Sensor ist nicht die einzige Fehlerquelle bei Unterstützungsproblemen. Bevor die Checkliste in Bezug auf den TMM-Sensor in Angriff genommen wird lohnt es sich, auch die folgenden Störungsquellen physisch oder mit dem SIT (Test Runner) zu prüfen.

  • Motordefekte sind selten. Wenn ist meistens ein Hallsensor, der Temperatursensor oder Rost im Motor durch eingedrungenes Wasser der Grund.
  • Motorkabel, war speziell beim ST2(S) ein Problem
  • Motorstecker an der linken Kettenstrebe lose oder feucht
  • Motorkabelverbindungen im Tretlagerbereich, speziell bei älteren Modellen nicht isoliert. Führte zu Korrosion und Folgestörungen
  • Controller
  • Reedschalter in den Bremshebeln (für die Rekuperation). Selten defekt aber ggf. falsch justiert.
    > Siehe BREMSEN – ‘Reedkontakte: Bremslicht und Rekuperation einstellen’
  • Akku hat zuviel Spiel im Akkuschacht (speziell ST1 / ST2)
    > Siehe PROBLEME – DIVERSES – ‚ST1/ST2 schaltet während der Fahrt aus‘

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Können Hardwaredefekte ausgeschlossen werden gibt es diverse Lösungsansätze um Probleme bei der Unterstützung zu lösen. Sie gehen von einfachen Kalibrieren bis zum Austausch des TMM-Sensors. Auch gibt es kuriose Lösungen wie z.B. das Hupen oder das Anbringen eines Mantelwellenfilter um die Unterstützung wieder zurückzugewinnen (s. weiter unten).

Checkliste

Meine Checkliste listet 14 verschiedene Probleme und Phänomene auf und beschreibt mögliche Lösungen. [Druckversion] / [Webversion – übersetzbar]

Rückmeldungen in Foren

Welligkeit der Unterstützung

Stellvertretend hier ein Bericht des Forumsmitglieds ‚Georgio‘ im niederländischen speedpedelecrevie.com Forum. Er beschreibt seine Erfahrungen folgendermassen und nimmt dabei den ‚Sensor‘ in Schutz.

Unregelmässige Unterstützung erleben viele (auch ich selbst). Basierend auf dem Design des Sensors ist der Sensor ein ziemlich einfaches Konzept, was bedeutet, dass er seine Arbeit „gut“ oder „nicht“ erledigt. Es gibt kein dazwischen.

Ein schwankender Sensor? 
Es passiert oft, wenn man eine Weile an der Ampel warten muss (ich achte darauf, dass ich nie die Füsse auf den Pedalen lasse), dass man plötzlich ein viel besseres Ansprechverhalten beim Anfahren hat. Hier hilft oft ein Neustart oder Offset-Reset, aber nicht immer. Das ganze sieht nach einem Softwareproblem aus. Mit den Werten, die aus dem Sensor kommen, kann man nicht viel anfangen. Die gemessenen Spannungen variieren kontinuierlich, so dass sie von der Software in einen brauchbaren „gleitenden Durchschnitt“ umgerechnet werden müssen. Danach werden wahrscheinlich noch viele weitere Vorgänge durchgeführt, bis ein Signal an die Motorunterstützung gesendet wird. Auf jeden Fall nichts, mit dem man sich an den FM wenden kann, da die Beschwerden von der Interpretation abhängen und nicht reproduziert werden können. Auch die Messwerte der Spannungen während des Zyklus geben keinen Hinweis darauf, dass der Sensor etwas falsch macht.
Forumsgrüsse von Georgio

(übersetzt aus dem Niederländischen mit deepl.com)

Hupen

In Posts ist hin und wieder über den plötzlichen Wegfall der Unterstützung zu lesen. Dabei bricht die Ausgangsspannung ‚voltage‘ des TMM-Sensors ohne zutun von Schlaglöchern oder ruppiger Fahrbahn stark ein und bewegt sich danach meist ausserhalb des Arbeitsbereichs. Liegt ‚voltage’ ausserhalb des Arbeitsbereichs stellt der Stromer die Unterstützung ein, liegt sie noch innerhalb aber stark unterhalb des ‚offset‘ fährt er stark gehemmt.

Ein wirksamer Workaround, und durch diverse Schilderungen von Stromerfahrern belegt, ist hupen. Hupen bringt die ‚voltage‘ im Omni wieder auf Ausgangsniveau und man kann weiter fahren. Wer es nicht glaubt, siehe das Video.

In diesen Threads berichten Stromerfahrer vom Problem:

  • stromerforum.ch: „Hupen – Thread“ 1 | 2
  • speedpedelecreview.com: 1 | 3

Die eigentliche Ursache ist bis heute nicht bekannt. Ein Erklärungsversuch findet sich im NL-Stromerforum. Die Lösung des Problems ist meistens der Austausch des Sensors und, bei Sensoren mit Stecker in der Kettenstrebe, auch des Kabels bis zum Omni.

Mantelwellenfilter

Ein spezielles und wohl seltenes Problem ist eine Sensorspannung weit oberhalb des Arbeitsbereichs. Der stromerforum.ch user ‚Faithlesslorin‘ berichtet über dieses Problem. Beim Fahren fällt plötzlich die Unterstützung aus, Kalibrieren ist wegen eines viel zu hohen Sensorspannungswerts nicht möglich. Der Sensorwert springt von normal ~1.2 V auf ca. 2.8 V. Das Phänomen tritt auch ohne Bewegung des Bikes auf, z.B. über Nacht. Berührt man das Sensorkabel, sinkt die Spannung wieder auf den normalen Wert. Ein Austausch des Sensors löste das Problem nicht. Nach viel Forensic scheint die Lösung das Anbringen eines Klappferriten (Mantelwellenfilter) beim Anschlusskabel direkt am Sensor zu sein. Dieser dämpft bzw. eliminiert eingekoppelte Störungen über das Sensorkabel. Die Nachhaltigkeit der Lösung ist Stand 30. Juni 2023 nicht bekannt. Der Post hier ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Informationen.

Meine Erfahrungen

Ich fahre mit einem leichten Vorlauf der Sensorspannung ‚voltage‘ gegenüber dem Wert ‚offset‘ (negativer Offset). Die Spannungsdifferenz beträgt ca. 20-30 mV. So läuft mein ST3 optimal, hat ein gutes Ansprechverhalten, ist agil hat aber noch keinen Eigenvortrieb.

Tatsächlich passiert es in der Praxis analog den obigen Schilderungen von ,Georgio‘ , dass die Unterstützung eine Art ‚Eigenleben‘ entwickelt obwohl nichts am Bike verändert wurde. Die Unterstützung lässt den gewohnten ‚Zug’ vermissen, man hat das Gefühl das Bike ‚bremst‘. Es passiert z.B. über Nacht, an einem Stopp, seltener bei normaler Fahrt. Manchmal löst sich das Problem von selbst, manchmal hilft Kalibrieren, aber nicht immer.

Reproduzierbar ist bei mir der Effekt der gehemmten Unterstützung nach Anwendung der Rekuperation. Verwende ich diese bei einer längeren Abfahrt habe ich festgestellt, dass die Sensorspannung ‚voltage‘ unter die Spannung ‚offset‘ fällt (ca. 20-50 mV). Damit fährt der Stromer mit gehemmter Unterstützung, hat keinen Durchzug. Der Effekt verliert sich meist wieder wird einfach weitergefahren. Kalibriert man trotzdem auf den neuen, tieferen Wert von ‚voltage‘ und erholt sich die Sensorspannung, kann es passieren, dass der Stromer immer mehr Eigenvortrieb entwickelt.

Siehe auch BREMSEN – ,Rekuperation und Rekuperation‘

Mein momentaner Workaround – nach auftreten des Problems – ist in einem langen Gang ein paar Umdrehungen heftig in die Pedale zu treten, so dass der Unterstützungsbalken im Omni rot ist. Das funktioniert aber nicht reproduzierbar. Ich fahre dann weiter und meist ergibt sich die Sache wieder. Hupe auch mal 🙂

Update

Mit der Fimware SUI 4.5.0.3 vom 5. März 2025 wurde ein Fehler behoben welcher in der Praxis immer wieder Kalibrieren notwendig machte. Stromer schreibt in den Realease Notes:

Ein Fehler, welcher dazu geführt hat, dass bei einem leicht zu tiefen TMM-Sensor Wert das Fahrzeug nicht mehr unterstützt hat, wurde behoben.

Die Motortuning-Einstellung ‚Agilität‘ für den Modus 2 funktionierte nicht wie vorgesehen – dieses Problem wurde behoben.

Aktualisiert am 23. Juli 2025
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