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Motorgeschichte

Typen-Geschichte

Die Geschichte der Stromer-Motoren aufzuzeichnen ist aufgrund der Modellvielfalt, Neuauflagen älterer Modelle sowie diverser Sondereditions schwierig. Die myStromer AG verwendet bürstenlose BLDC-Motoren (Brushless DC). Im Verlaufe der Modellgeschichte kamen Motoren von verschiedenen Herstellern zur Anwendung. Alle 36-V-Motoren waren Standardmotoren ohne spezifisches Stromer-Engineering.

BionX

Motoren des kanadischen Herstellers BionX kamen bei Modellen in der Startphase von Stromer ab 2009 zur Anwendung (Thömus Twinner). BionX ging 2018 in Konkurs. Service und Unterhalt werden aber weiterhin angeboten, u. a. bei bionx-service.ch.

Ein Post aus dem Stromerforum.ch beleuchtet die Anfänge:

Zitat @bluecat vom stromerforum.ch: …den BionX-Bausatz und damit ausgerüstete Velos gab’s fast an jeder Ecke. Bei Thömus standen die dann noch eine ganze Weile bei den Abverkauf- und Demobikes hinten links. Ich denke es war eher so, dass Thömu Binggeli mit Magnus Almgren und Dominic Isenschmid erkannten, dass es SO nicht geht – und daraufhin den Stromer entwarfen. Vielleicht wurde BionX angefragt, ob sie OEM liefern. Jedenfalls wurde Ultra Motor zum Lieferanten – die vielleicht auch für BionX gebaut hatten, denn die Firmware enthält ja Displaycodes, welche auch bei BionX gebräuchlich waren. Später übernahm die mittlerweile aktive myStromer AG die Firmware, während Ultra Motor Asien wohl in TDCM aufging. Dann hat Ortlinghaus gezeigt, dass man auch hierzulande einen höchst respektablen Motor bauen kann – und die myStromer AG hat den ST2-Motor entwickelt. GoSwissDrive hingegen scheint zwischen Insolvenz und MBO zu Oszillieren, Specialized hat sein Turbo aufgegeben… 

Personen und Begriffserklärung

Thömu Binggeli: Gründer der myStromer AG
Magnus Almgern: Industrial Designer, Thömus AG
Dominic Isenschmid: Produktemanager, Thömus AG: 2008 – Dez. 2009 | Product Manager and Co-Founder 2009 bis Mai 2019, myStromer AG
Ortlinghaus: Führender Spezialist im Bereich Kupplungen, Bremsen und Lamellen – einschliesslich Hydraulikaggregaten und Regel- und Steuerungseinheiten.
Go Swiss Drive: Tochter der Ortlinghaus. Wurde Anfang 2019 aufgelöst. Die Service- und Ersatzteilleistungen für die GO SwissDrive Radnabenmotoren werden seitdem über Ortlinghaus-Werke in Wermelskirchen bzw. – für schweizer Kunden – über Ortlinghaus GmbH, Gams abgewickelt.

Thömus Stromer 2009
Ultra Motor

Ab 2011 gab es den V1 (später ST1) mit den Motoren M25, M33, P48 und S55. Diese kamen von der englischen Ultra Motor Ltd. Im November 2011 meldete Ultra Motor Insolvenz an. In der Folge wurden im Januar 2012 die beiden E-Bike-Marken „Fast4ward“ und „A2B“ vom indischen Unternehmen Hero Eco (Neu-Delhi, Indien), einem der grössten Zweiradhersteller der Welt mit einem Jahresumsatz von über 5 Mrd. Dollar, übernommen. Gleichzeitig wurde die taiwanesische Tochtergesellschaft „Ultra Motor Taiwan“ (Motorenwerk in Taoyuan, F&E in Taipei) an eine Gruppe europäischer Privatinvestoren verkauft und als eigenständiges Unternehmen weitergeführt.

Auch TDCM (Taiwan Direct Current Motor) trat früh in Erscheinung. TDCM wurde 1995 in Taiwan gegründet und gehörte zu Ultra Motor, bis diese Insolvenz anmeldete. Vermutlich waren „Ultra Motor Taiwan“ und „TDCM“ bis zur Insolvenz dasselbe Unternehmen. Nach der Insolvenz und Übernahme durch eine Gruppe europäischer Investoren (Quelle: Pedelecs und E-Bikes) wurde TDCM wieder eigenständig und ist heute ein taiwanesisches Unternehmen mit rund 30 Jahren Erfahrung in der Nabenmotor-Entwicklung (tdcm-motor.com), mit Fokus auf E-Bikes, Lieferroboter, Drohnen und medizinische Geräte.

Bereits der Thömus V1 hatte u. a. Motoren von TDCM verbaut – es waren 36-V-/500-W-Motoren.

Im Bild sehen wir einen Zwitter, ein ST1 2015/2016 mit Ultra Motor Logo und TDCM Etikett.

Bahnbrechendes geschah 2014 mit der Vorstellung des ST2, einem 48-V-Modell. Stromer entwickelte dafür zusammen mit der Fachhochschule Bern und dem damaligen Mentor Prof. Dr. Andrea Vezzini das noch heute eingesetzte Antriebskonzept. Die Motorelektronik wurde aus dem Motor ausgelagert, das Design patentiert – TDCM fertigt die Motoren als OEM bis heute.

ASI

Motoren von Accelerated Systems Inc. (ASI) gab es u. a. beim Stromer ST1 M33 / P48, beim ST2 / ST2 LTE sowie dem ST2S mit Baujahr 2018. Stromer bietet ein Umbaukit vom ASI- zum TDCM-Motor an (Stromer Art. Nr. 401833, ca. € 2’423).

TDCM

Taiwan Direct Current Motor (TDCM) rüstet die Stromer S-Pedelecs seit vielen Jahren mit Nabenmotoren aus. Die Anfänge gehen wohl bis ins Jahr 2010 zurück. Die Motoren und Aufnahme im Rahmen basieren auf einem Patent der Fairly Bike Manufacturing Co. Ltd. und myStromer AG und wurden im Laufe der Modellgeschichte kontinuierlich bezüglich Drehmoment und Leistung weiterentwickelt. Anhand der Seriennummer erkennt man das Baujahr des TDCM-Motors: S11-XXXXX = Serie 2011, E13-XXXXX = Serie 2013, E18-XXXXX = Serie 2018 …

Ein Versuch, die Motorengeschichte zu dokumentieren, ist in folgender Tabelle zu sehen. Die Tabelle kann für Ergänzungen oder Korrekturen kommentiert werden.

Das Patent

Die myStromer AG bewirbt die Entscheidung für die Verwendung eines Nabenmotors wie folgt:

  • Mehr Schub
  • Mehr Dynamik
  • Weniger Verschleiss im Antriebsstrang
  • Wartung geht gehen 0
  • Rekuperation möglich
  • Mehr Eleganz
  • Fast unhörbar
  • Mehr Sicherheit
  • Mehr Reichweite

In der Summe heisst das bei Stromer Mehr Spass!

Hier der Aufbau des Nabenmotors und der Aufnahme im Rahmen.

Patentstreit

26. Juni 2023: An der Eurobike in Frankfurt eskalierte ein Patentstreit zwischen der myStromer AG und dem Mitbewerber Opium (Revolt Zycling). Der Ausstellungsstand von Opium wurde geräumt. Die myStromer AG beanstandete die Montage der Steckachse mit Gewinde im rechten Ausfallende. Mehr Details dazu gibt es hier.

8. August 2023: Gemäss velojournal.ch arbeitete Opium an einer Überarbeitung der Drehmomentabstützung.

24. März. 2024: Wie velobiz.de berichtete, soll der Rechtsstreit mittels eines Vergleichs der Revolt AG mit der myStromer AG beigelegt worden sein.

Zitat:

Das Verfahren vor dem Einheitlichen Patentgericht wurde bereits im Februar 2024 nach Anerkennung der Verletzungsklage durch die Revolt Zycling AG vergleichsweise beendet. Die myStromer AG hatte die Revolt Zycling zudem wegen Designverletzung verklagt.

Dazu erklärt myStromer: „Im Rahmen des Vergleichs zieht die Revolt Zycling die als Reaktion auf diese Klage eingereichten Nichtigkeitsangriffe gegen das schweizerische und europäische Stromer-Design zurück. MyStromer gewährt ausserdem eine Designlizenz für die Rahmengestaltung gewisser Bike-Modelle an Revolt Zycling.“

Aktualisiert am 6. Juli 2026
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Kommentare

  1. This patent was not filed by Stromer; instead, it was driven by the assembly plant Fairly Bike, which listed Stromer as co-applicants by good relationship. Stromer didn’t pay the patent maintenance fees for years until they were about to go to court. The scope of the patent does not cover the motor itself, but rather the mechanism for mounting the motor onto the vehicle frame.

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