Stromer und das Wasser

In Foren ist hin und wieder zu lesen, dass der Stromer ein Schönwetterbike sei und es bei Regenwetter Probleme gebe. Diese Aussage ist so nicht allgemein gültig. Fahrräder sind per se keine U-Boote und nie wasserdicht. Allerdings gilt auch, dass bei einem als Pendlerbike beworbenen Fahrrad eine Resilienz gegen Regen und Spritzwasser gegeben sein muss. Konstruktiv ist also darauf zu achten, dass Steckverbindungen sowie elektrische und elektronische Komponenten entsprechend geschützt sind.

Anders als bei einem normalen Fahrrad gibt es bei (S-)Pedelecs viel Elektrik, Elektronik und Verkabelung. Neben Rahmen, Bremsen, Antriebsstrang, Motor etc. sind diese Komponenten besonders empfindlich gegen Wasser und Feuchtigkeit. Sind sie nicht genügend geschützt, führen Korrosion, Kontaktprobleme oder sogar Kurzschlüsse zu Störungen oder zum Ausfall des Fahrrads.

Stromer-Bikes bieten ein schönes Design, keine Frage. Die sog. Inframe-Verkabelung und das Inframe-Design (Akku) vermitteln ein optisch aufgeräumtes Bild. Vor Einfallstoren für Wasser und Feuchtigkeit schützen aber auch diese nicht. Kommen konstruktive Mängel hinzu, wird die Alltagstauglichkeit infrage gestellt. Und davon hat sich Stromer in der Vergangenheit einige geleistet.

Anbei sind Problemstellen aufgelistet, die in der Werkstatt, in spezifischen Foren sowie in sozialen Medien häufig auftauchen. Die Links in Klammern verweisen direkt auf entsprechende Artikel.

  • Motorstecker (1 | 2)
  • Motorlager (1)
  • Omni (1)
  • Hupenöffnung (1)
  • Motorphasenkabel-Controller (Tretlagerbereich) (1)
  • Distributionboards (1 | 2)
  • Steckverbindungen Akku / Akkufach / Ladeport (1)
  • Wellige Unterrohrabdeckung (1)
  • TMM-Sensor (1)

Ein paar konstruktive Probleme in Bezug auf Feuchtigkeit und Wasser wurden im Laufe der Modellentwicklung durch ein verbessertes Design oder überarbeitete Komponenten (z. B. Unterrohrabdeckung) gelöst.

  • Die Motorkabel im Tretlagerbereich sind seit ca. 2018 mit Schrumpfschlauch isoliert.
  • Statt mit drei einzelnen Kabeln (ST1 V1/V1.1) wird der Motor nur noch mit einem versorgt.
  • Die ASI-Motor-Controller sind seit 2018 vergossen, dadurch aber auch nicht mehr reparierbar. Sie werden seit 2025 nicht mehr verbaut; Stromer hat komplett auf Controller von EDS gewechselt.
  • Die Hupenöffnung und die Welligkeit der Unterrohrabdeckung wurden überarbeitet. Eine neue Abdeckung schliesst besser zum Unterrohr ab und die Hupenöffnungen sind besser gegen Spritzwasser geschützt. Bei neueren Modellen, wie z. B. dem ST7, wurde die Hupe ins Oberrohr verlegt.
  • Der Ladeport für den Di2-Akku wurde aus dem Tretlagerbereich (bei frühen ST5-Modellen) in den rechten Lenker verlegt.
  • Die Distribution Board auf platinenbasis im ST2 / ST2S / ST5 wurden durch eine vergossene Variante im Steuerrohr ersetzt.
  • Die Distribution Board bei Modelle mit dem Controller EDS-MC3 im Akkufach (ST2 / ST2 Belt oder dem ST7) wurden mit einer Versiegelung besser gegen Korrosion geschützt oder sind komplett vergossen.
  • Die Motorlackierung wurde auf Pulverbeschichtung umgestellt. Diese ist korrosionsbeständiger.
  • Der TMM-Sensor ist bei den Modellen P211 und P218 komplett eingegossen und widerstandsfähiger gegen Wasser und Feuchtigkeit.

Pflege ist unerlässlich
Trotz aller Verbesserungen ist der Stromer nach wie vor kein U-Boot. Regelmässige Nachpflege nach Nassfahrten – besonders im Winter nach Salzeinsatz oder bei viel Strassenschmutz – ist empfehlenswert. Sie verhindert Rost, Korrosion sowie Probleme mit dem Antrieb und der Elektrik und vermindert so die Gefahr von Ausfällen und dem damit verbundenen Frust.

Mehr zur Pflege des Stromers, besonders des Antriebs, Verschleiss etc.

Aktualisiert am 12. August 2026
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