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Pflege / Reinigung des Stromers

Allgemein

Was, Wie und wie häufig kontrolliert und geschmiert werden soll steht in der Bedienungsanleitung unter WARTUNG / INSTANDHALTUNG:

  • Kette / Riemen
  • Inspektionsplan und Schmierung

Es gilt zu differenzieren, ob der Stromer „nur“ als „Schönwetterbike“ oder bei „All weather“ verwendet wird. Fährt man oft im Regen oder sogar im Winter auf salzbelasteten Strassen ist eine häufigere Pflege speziell des Antriebsstrangs nötig. Wasser und Salzwasser muss entfernt werden, der Riemen gereinigt und die Kette nach einer Fahrt geschmiert werden.

Oberflächenreinigung

Lagerschäden (Motor / Tretlager…), Probleme beim Antriebsstrang, Defekte beim Omni oder Controller können auf falsche Pflege zurückgehen. Bei Verwendung von Hochdruckreiniger oder Gartenschläuchen überwindet das Wasser Dichtungen, dringt in die Beleuchtung, den Kabelbaum oder in Steckerverbindungen ein, wäscht Lager aus oder greift bei Gebrauch von ’scharfen‘ Reinigungsmitteln die Lackierung an.

Stromer empfiehlt ausdrücklich keinen HD-Reiniger, Dampfstrahler oder den Gartenschlauch zu verwenden. Auch Letzterer hat bis zu 6 bar Druck.

Der Stromer sollte NIE auf den Kopf gestellt und gereinigt werden. Wasser kann so ungehindert, z.B. über die Hupenöffnungen oder den Startknopf des OMNI, in den Rahmen und die Elektronik, eindringen und diese beschädigen.

So sollte es nicht gemacht werden!

Hochdruckreiniger sind tabu
Motorlackschäden vermutlich augrund falscher Reinigungsmittel

Richtig reinigen: Nimm einen Kübel mit etwas Spüli oder Fahrradreiniger, einen Schwamm oder Waschhandschuh, bei leichter Verschmutzung ein feuchtes Microfasertuch. Drücke den Schwamm leicht aus und reinige damit die wirklich schmutzigen Stellen in Etappen. Wasche den Schwamm regelmässig aus damit du keine Kratzer in den Rahmen machst. Für die Reifen kannst du auch eine Haushaltsbürste verwenden. Trockne mit einem Microfasertuch nach. Für den Glanz nehme z.B. Muc-Off Miracle Shine Politur oder Muc-Off Bike Protect.

Nicht vergessen: Bei Arbeiten am Stromer diesen immer ausschalten und den Akku entfernen, die Akkuklappe schliessen.

Akkuklappe schliessen…

Das ist bei den Modellen mit elektromagnetischem Schliessmechanismus gar nicht so einfach. Das Verschliessen des Akkufachs funktioniert dort nur mit eingelegtem Akku. Nimmt man diesen – wie empfohlen – für die Reinigung heraus oder will man den Akku ausserhalb des Stromers laden, kann die Klappe nicht geschlossen werden. Hier hilft ein Riemen mit Klettverschluss.

Für ST1X, ST2-old und ST2S-old, bei denen sich der Deckel mit einem mechanischen Schlüssel geöffnet wird gibt es den Battery Dummy.

Der Dummy funktioniert nicht bei Stromern mit elektromechanischer Batterieentriegelung und Auswurf. Das sind u.a. die Modelle ST1-alt, ST1-neu, ST2-neu, ST3 oder ST5

Kette / Antrieb

Wie die Kette bzw. der Riemen gepflegt werden soll beschreibt Stromer in der jeweiligen Bedienungsanleitung. Der vermeintlich wartungsarme Riemenantrieb bringt es dabei auf eine beachtliche Anzahl zu beachtender Punkte.

Siehe auch verschiedene Themen unter PROBLEME – Kette (-nblatt) / Riemenscheiben und Riemen
Siehe auch verschiedene Themen unter SCHALTUNG –Verschleiss
Siehe auch SCHALTUNG – Kette vs Riemen – ‚Vergleich: Kosten / Pflege / (Lebenser-) Wartung‘ 
Siehe auch 12 Tipps zur Prävention von frühzeitigen Schäden bei Reimen [Quelle: bike–magazin-de]
Siehe auch die Empfehlungen vom Gates für den Riemen

Reinigung des Antriebs

Wenn die Reinigung des Antriebs vernachlässigt oder falsch gemacht wird, hat dies Folgen bei der Lebensdauer und führt oft auch zu Probleme im Alltagsbetrieb. Die harmloseren Folgen sind Schaltprobleme wie das Überspringen der Kette oder das Durchrutschen des Riemens. Passiert es im falschen Moment kann auch ein Sturz oder der Kontrollverlust über das Fahrrad die Folge sein.

Reinigt oder schmiert man falsch sind die Folgen ein stark verschmutzter Antrieb, geringere Lebensdauer der Komponenten und ebenfalls Probleme im Alltagsbetrieb.

So sollte es nie aussehen:

Kette zu kurz und rostig
Schmutz verschleisst auch den Riemen schneller als gewünscht
Übermässiger Einsatz von Kettenöl sammelt den Schmutz, welcher sich in der Kassette ablagert und zu Schaltproblemen führt.
Hier ein Sensor wie er nach dem Einsatz von zu viel Kettenöl aussieht
Unsachgemässe Schmierung der Kette und als Folge ein komplett verdrecktes Schaltwerk.
Bei solcher Verschmutzung wird der Antriebsstrang nur einen Bruchteil seiner Lebenszeit erreichen. Die Folge sind hohe Ersatzteilkosten beim Riemenantrieb.

Pflegematerial

Ich verwende den Kettenreiniger Muc-Off De-Greaser Aerosol Entfetter und das Kettenöl Dr. Wack 100. Es kann jedes andere Kettenöl wie z. B. Tunap Ultimate oder Rohloff etc. verwendet werden. Einzelne Hersteller unterscheiden, ob das Öl nur für Trockenbetrieb eingesetzt werden soll oder auch für Nassfahrten geeignet ist. Beispiel ist das Muc-Off Dry- bzw. Wetlube.

Nicht verwendet werden sollten Multisprays wie WD-40, Caramba oder Ballistol. Sie sind keine Schmieröle, sondern Kriechöle und Wasserverdränger, welche nicht zur Kettenschmierung geeignet sind. Sie waschen vorhandenes Fett aus, verflüchtigen sich schnell und sind ein Schmutzmagnet. Der harzige Rückstand, der nach dem Verdunsten bleibt, wirkt wie ein Klebstoff für Staub und Schleifpartikel.

Alternativ gibt es auch die Pflege der Kette mit Wax. Wax muss allerdings noch häufiger als Kettenöl aufgetragen werden hat aber den Vorteil, dass er Schmutz und Staub wesentlich weniger absorbiert und damit der Antrieb sauberer bleibt.

Beim Riemen hilft Wasser und z. B. eine Zahnbürste um die Riemenführungsrille (Centertrack Nut) zu reinigen. Quietscht der Riemen hilft ein spezieller Silikonspray für den Riemen.

Kette ölen, Praxis bei meinem ST3

Ölen: Je nach Verschmutzungsgrad alle 500 – 1’000 km. Nach Nassfahrten, speziell im Winter mit Salzeinsatz, reinige ich gleich nach der Fahrt. Tut man es nicht entsteht schnell Flugrost an der Kette der Kassette und auch den Bremsen.

Wie: Zuerst ziehe ich die Kette 2 – 3 mal durch einen mit Kettenreiniger eingesprühten Lappen. Dann gebe ich auf jedes Kettenglied einen kleinen Tropfen Öl, lasse es ca. 10. Min. einwirken und ziehe dann die Kette zweimal durch einen sauberen Lappen. So bleibt der Antrieb geschmeidig, fast geräuschlos und zieht viel weniger Schmutz an. Die Kassette und Schaltung verklebt nicht und die Hose wird geschont.

Alle paar 1000 km demontiere ich die Kette für eine gründliche Reinigung im Ultraschallbad. Es geht auch ein grosses Glas oder eine Schale mit Petroleum oder Waschbenzin.

Ebenfalls reinige ich das Kettenblatt, die Kettenröllchen und die Kassette.

Laufleistung: Die Laufleistung der KMC e11 EPT erreicht ca. 10’000—11’000 km. Dann wechsle ich diese zusammen mit dem 11er-Ritzel. Jedes zweite Mal kommen je nach Verschleiss die Ritzel 13 / 15 / 17 / 19 dazu.

Aktualisiert am 6. Juli 2026
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